Aktuelles: Stadtjubiläum Östringen

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Römische Kaiser in Östringen

Autor: Anna Dezenter
Artikel vom 24.09.2018

Dr. Peter Knötzele, der wissenschaftliche Berater des Römermuseums in Stettfeld, sprach im Rahmen des Stadtjubiläums in der Reihe „Unsere Heimat kennenlernen“ über die Römer in der Region und im besonderen über römische Funde in Östringen. Mit dem zugespitzten Thema weckte er bei den über dreißig Anwesenden die Neugier. Sie erwarteten Antworten auf die Frage: Welcher Kaiser hinterließ wann Spuren in Östringen.

Knötzele berichtete von den Lebensverhältnissen in der Provinz Germania Superior, die im Osten vom Limes begrenzt wurde, während der Regierungszeit der Adoptivkaiser Hadrian (117 – 138), Antoninus Pius (138 – 161),Marc Aurel (161 – 180) und Commodus (180 – 192). Im 2. Jahrhundert breitete sich das römische Reich weiter aus, der Limes wurde weiter nach Osten verlegt, aus dem Verteidigungssystem wurde eine Kontaktzone, Römer und Germanen trieben Handel mit einander

es herrschte ein gewisser Wohlstand. Die Städte Ladenburg und Baden-Baden wurden gegründet; bei Wiesental befand sich ein Kleinkastell für etwa 30 Mann, die für die Sicherung der römischen Bergstraße entlang der Vorhügelzone des Kraichgaus zuständig waren.. Um das Jahr 120 n. Chr. entstanden an dieser Straße die Siedlungen Wiesloch und Stettfeld. Stettfeld, nur neuen Kilometer von Östringen entfernt, wurde zum Zentralort dieser Gegend. Die Innenwände der unterkellerten Streifenhäuser waren teils verziert, standen giebelseitig zur Straße und besaßen zum Teil Heizung und Bad. Schöne Verzierungen und Bemalungen sind in Bad Wimpfen, Durlach und Wössingen erhalten. Vor einigen Jahren wurden bei Stettfeld Töpfereien und eine große Ziegelei freigelegt.

In Östringen wurden tatsächlich zwei römische Kaiser auf Münzen gefunden. Der aus Silber geprägte Denar, nach der Goldmünze Aureus die zweithöchste Währung, trägt das Portrait des Antoninus Pius und auf der Rückseite die Unterschrift CLEMENTIA. Sie wurde zwischen 140 und 143 n. Chr. geprägt. Der zweite, ein Sesters des Kaisers Commodus aus dem Jahre 190 wurde im Jahre 1954  in der Mühlstraße in 50 Zentimeter Tiefe gefunden. Ziegel und Heizröhrenstücke, die von einer Fußbodenheizung stammen, wurden auf dem Friedhof gefunden. In Tiefenbach fand man bei Feldbegehungen römische Reste, darunter Ziegel mit den Buchstaben LPL, die in Stettfeld hergestellt wurden.Das im Römermuseum Stettfeld aufbewahrte Dreigötterrelief mit Appollo, Minerva und Merkur soll nach Odenheim gelangt sein. In Odenheim erzählt man sich, dass man römische Münzen im Klingelbeutel gefunden habe.

Um das Jahr 260 überrannten germanische Kämpfer den Limes und zerstörten römische Siedlungen. In verfüllten Brunnen in Stettfed fand man Statuen und Reliefs, die entweder von den Gemanen entsorgt oder von Dorfbewohnern auf diese Weise versteckt wurden. Im Brunnen der Ziegelei fand man mehrere Erschlagene.

Die Leiterin der Stadtbücherei Carola Zabler überreichte dem Referenten Wein aus Reben, die  die Römer vor rund 2 000 Jahren in unsere Heimat brachten.

Bac