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Der Schmied schwang noch einmal seinen Hammer

Autor: Anna Dezenter
Artikel vom 05.02.2018

Der Freundeskreis Heimatmuseum eröffnete die Vorstellungsreihe ausgestorbener Berufe in der Schmiede des Wolfgang Lörz in der Hauptstraße 98. Mehr als 60 Neugierige drängten sich in die funktionsfähig erhaltene Schmiede, um dem Schmiedemeister Gerhard Bender und seinem Gesellen Werner Hammer bei der Arbeit zuzuschauen. Die Schüler des Leibniz-Gymnasiums Joshua und Franco berichteten von ihrem Schulprojekt der Eisengewinnung in einem selbstgefertigten Rennofen.

Die interessierten Besucher staunten über den intakten Zustand der Schmiede. So sauber und geordnet hatten sie die Werkstatt nicht erwartet. Werkzeuge auf den Tischen und an den Wänden, zahlreiche Maschinen, die von einem Motor über Transmissionsriemen angetrieben werden, der Meisterbrief des 82-jährigen Hauptakteurs und Bilder aus der Geschichte der Schmiede. Einige Gesellen- und Meisterstücke waren zu besichtigen. Unter den Besuchern vier von den zehn Lehrlingen, die Bender ausgebildet hatte, sowie sein Enkel, der als Industriemechaniker dem Metallberuf ebenso treu geblieben ist wie sein Vater.

Die Besucherschar beteiligte sich lebhaft mit Kommentaren und eigenen Erfahrungen aus ihrer Kindheit. Die Kinder blieben auf dem Schulweg an der Schmiede immer wieder stehen, weil da stets was los war. Die Frau des benachbarten Fahrradhändlers schloss eilig ihr Schlafzimmerfenster, wenn Pferde beschlagen wurden, damit sich der Gestank von verbranntem Huf nicht in den Vorhängen festsetzte. Der Lehrling wurde mehrmals täglich in die „Krone“ über die Straße geschickt, um mit Bier aus der eigenen Brauerei den Durst der Männer an der Esse zu stillen. Bauern weckten schon mal um vier Uhr morgens den Schmied, um ihre Sense dengeln zu lassen. Die Nachbarn waren es gewohnt von den weithin schallenden Hammerschlägen geweckt zu werden. Walter Rothermel vom Team Ruhbenderhaus moderierte die Vorführung und ergänzte die Erklärungen der Handwerker. Diese zeigten wie man ohne moderne Maschinen Eisen nach dem erhitzen auf 900 Grad formt. Aus einem Flacheisen entstand eine Zierfigur, aus einer Spiralfeder eines Autos eine Meisel. Es wurde von Hand gebohrt, gespalten, gestaucht, gebogen und feuergeschmeißt. Die Besucher waren überzeugt,„Handwerkskunst“ erlebt zu haben.

Ein Video zur Schmiedevorführung finden Sie hier.

Bac.