Aktuelles: Stadtjubiläum Östringen

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Fliegenklatsche im Handgepäck

Autor: Anna Dezenter
Artikel vom 24.01.2018

Die Twiolins sorgen für ausverkauften Dinkelberg

Mit den Twiolins präsentierte KADD e.V. beim Östringer Neujahrskonzert ein weltweit einzigartiges und unvergleichliches Violinduo. Wer bei diesem Terminus biedere Hausmusik und harmonische Terzenseligkeit erwartet hätte, wäre allerdings genauso einem Irrlicht aufgesessen wie die Protagonisten in Goethes „Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie“, die im beeindruckenden Bühnenbild von nun an auf dem Dinkelberg ihres Weges ziehen.

Ihren Weg für die Gattung Violinduo gehen die Geschwister Marie-Luise und Christopf Dingler in einer bewundernswerten und konsequenten Art und Weise, der man höchsten Respekt zollen muss. Als Teenager sechsmal den Bundespreis bei „Jugend musiziert“ gewonnen, haben sie als gereifte Künstler zur Weiterentwicklung des Repertoires für zwei Violinen 2009 den Crossover Composition Award ins Leben gerufen und fordern alle drei Jahre zum Wettstreit auf. Mit gewagten Klangkombinationen, betörenden Melodien, oder wahnwitziger Virtuosität treten Komponisten aus aller Welt gegeneinander an und müssen die härteste Jury, das Publikum, für sich gewinnen. Die Preisträgerwerke 2015 waren nun im Programm Secret Places zu hören.

Aus Ungarn und Polen steuerten András Derecskei und David Lubowicz fesselnde Balkanrhythmen und traumhaft gezeichnete Karpatenlandschaften bei und der deutsche Komponist Sebastian Sylla lässt das westlich konditionierte Hörerohr bei „Maha Nada“ in die Mikrotonalität indischer Ragas eintauchen. Was passiert, wenn sich beim Soundcheck einer Rockband eine Primaballerina auf die Bühne verirrt? Die Antwort auf diese Frage lieferte Jens Hubert in „Rock you vs. Ballerina“, das in der mitreißenden Interpretation der Twiolins schon zur Pause für frenetischen Beifall sorgte.

Szenenapplauswürdig dann die musikalische Erzählung vom Leben und Sterben einer Fliege, an deren Ende Christoph Dingler mit der Fliegenklatsche den Schlusspunkt setzte. Tief beeindruckend auch das meditative Werk von Rebecca Czech „Ich glaub‘, es gibt Regen“, bei dem sich vor dem tonbandgestützten Hintergrund von andauerndem Nieselregen ein nicht enden wollendes Geflecht von Doppelgriffen im Zweierpack zum orchestralen Klang eines Streichquartetts entwickelte.

Als Pendant zu Goethes nächtlichem Ritt im Angesicht des Erlkönigs erschuf der Amerikaner Benedikt Brydern „Schillers Nachtflug“, der wie eine epochale Vertonung des Sturm und Drang aus dem 21. Jahrhundert klingt. Auch hier musizierten die Geschwister Dingler mit ihrer einzigartigen Klangidentität wie ein Herz und eine Seele und begeisterten das Östringer Publikum restlos. Dieses darf gespannt sein auf den weiteren konzertanten Begleitreigen zum Ortsjubiläum 1250 Jahre Östringen.

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